Gedichte

Kurze Gedichte oder lange Gedichte? Lustige Gedichte oder traurige Gedichte? Egal, die Hauptsache ist, dass es sich um lesenswerte Gedichte handelt.
Ein lyrisches Werk kann kurz sein oder in Form einer sehr langen Ballade daherkommen. Den Leser bzw. die Leserin können völlig unterschiedliche Reime erwarten - in manchen Gedichten reimen sich am Zeilenende keine Wörter, in anderen dafür gleich mehrere. Was den Inhalt betrifft, haben sich Poeten seit Beginn der Menschheitsgeschichte an fast jedem Thema probiert. Kurzum: Die Welt der Gedichte ist groß und vielfältig.

Stöbern Sie gerade nach einem Gedicht, das Sie auf einer Familienfeier zum Besten geben möchten? Oder suchen Sie Geburtstagsgedichte oder Gute Nacht Gedichte? Dann werden Sie auf unserer Seite sicher fündig, denn das sind nur einige der hier vertretenen Kategorien aus unserer Sammlung, zu denen auch Freundschaftsgedichte, Trauergedichte und Hochzeitsgedichte gehören. Darüber hinaus bieten wir Poesie für weitere besondere Ereignisse.

Gedichte

Inhaltsverzeichnis

Gedichte für verschiedene Anlässe

Mit einem Gedicht kann man sich auf ernste oder witzige Weise bei einem Menschen bedanken, ihm alles Gute wünschen oder ihm einfach nur eine Freude machen. Dazu stehen in unserer Samlung zahlreiche poetische Werke zur Verfügung. Zur besseren Übersicht haben wir diese kategorisiert.

Die neuesten Gedichte

Unsere Datenbank an Gedichten wächst dank der Mithilfe unserer fleißigen Besucher fast täglich. Mittlerweile beinhaltet sie 2.505 Werke. Die aktuellsten Einträge finden Sie hier:

Das Moor

Gar schaurig ist`s im tiefen Moor,
schwarzdunkel in der Nacht.
Die Nebel treten d`raus hervor und Winde streichen sacht.
Schon oftmals irrte Wanders Fuß
und mit verzweifelt Laut,
versank er in der Tiefe - vor der mich ehrlich graut.

Wieviele dort versanken, die zählt kein einziger,
die dort für immer suchen, die findet keiner mehr!
Es ziehrt ihr Grab kein einz`ger Stein,
nicht Blumen und kein Kranz,
die sind für immer ganz allein und auch vergessen ganz.

Bei Licht an jedem neuen Tag besiegt der Mensch das Moor,
er legt es trocken Stück für Stück,
stößt immer weiter vor.
Doch in der Nacht bei Dunkelheit erwacht der alte Feind,
verschlingend einen jeden, der sich hier sicher meint.
Autor: Bernhard S.Kategorie: traurige Gedichte

Tagtraum

Der blaue, kühle Tropf´
er fällt wie Morgentau,
befreit den tristen Kopf,
durch seine Fensterschau.

Der blaue, kühle Tropf´
er trägt mich weit hinfort,
packt mich am strengen Zopf,
der mich hält an diesem Ort.

So schwimm´ ich durch die Lüfte,
bin wie ein Fisch im Meer,
riech´ Mutter Erdes Düfte,
und sehne mich so sehr.

Doch plötzlich schellt die Angel,
und ich weiß ganz genau,
an Freiheit hab ich Mangel,
bin nur zur Fensterschau.
Autor: unbekanntKategorie: Gedichte Sehnsucht

Ewigkeit

Ich bin das Korn, das dich nährt,
Ich bin die Sonne, die dich stärkt,
Ich bin der Regen, der Leben bringt,
Ich bin die Liebe, die dich durchdringt.
Ich bin in jedem Strauch, in jeder Blüte,
Der Wind singt meine Lieder,
Das Rauschen der Bäume ist mein Flüstern,
der Tau auf der Wiese meine zärtlichen Küsse.
Ich bin in jedem Tier auf Erden,
weil ich allen hab das Leben gegeben.
Ich bin die Unendlichkeit des Seins,
Die Rettung aus Not und Pein.
Niemals lass ich dich im Stich,
Für dich lebe ich ewiglich,
So wie du, wenn du auf mich vertraust,
Mich liebst, achtest und vor Leid bewahrst.
Ich bin die Natur - dein Gott , dein Freund
an deiner Seite von Anbeginn der Zeit.
Du kannst nicht sein ohne mich
und wir sind untrennbar verbunden -
- auf ewiglich -
Autor: Sabine Bessinger Kategorie: Gedichte zum Nachdenken

Stirb und Werde


Erst wenn wir uns entleeren
bis auf den letzten Grund,
wenn nichts mehr wir begehren
als laut mit Herz und Mund

das Halleluja singen
ihm, der das Leben schuf
und ihm den Lobpreis bringen,
dann hören wir den Ruf

der neu verheißnen Erde,
die ewig wird bestehn,
die Tore stehen offen,

doch nur das Stirb und Werde
das Werden durch Vergehn
das einzig lässt uns hoffen.
Autor: Peter BobischKategorie: christliche Gedichte

Schöner Urlaub

Gehst Du zum Baden an den Strand,
findest Du kaum ein Fleckchen Sand,
das groß genug, Dich hinzulegen.
Hast Du dann einen Platz gefunden,
wirst Du belästigt von den Hunden.
Sinnlos, sich da aufzuregen.

Von rundum das Geschrei von Kindern,
(kann man natürlich nicht verhindern).
Kann sich nicht davon wegbewegen.
Der Bagger dröhnt den ganzen Tag
das ist der Urlaub, den man mag.
Fang gar nicht an, Dich aufzuregen.

Den ganzen Tag hast Du’s mit Mücken,
kannst sie massenhaft zerdrücken.
Die kommen doch recht ungelegen.
Da hilft kein Zetern und kein Jaulen,
und auch kein Schimpfen und kein Maulen,
und auch nicht - sich aufzuregen.

Und daß Dir dann die Kakerlaken
nächtens in Dein Lager kacken,
hast Du natürlich was dagegen.
Mindestens bis gegen vier
grölts aus der Kneipe unter Dir.
Es bringt nichts, sich da aufzuregen.

Und wird’s dann hell zu früher Stunde,
hörst Du von überall die Hunde.
Das ist dann wohl der Morgensegen.
denn morgens, wenns beginnt zu Hellen,
fangen diese an zu bellen.
Gibs auf, Dich drüber aufzuregen.

Früh um fünf dann die Müllabfuhr
dann weißt Du, das ist Urlaub pur.
Die ganze Zeit nur wachgelegen.
Wenn Du dann morgens in der Frühe
ins Meer willst, doch da schwimmt nur Brühe.
Auch da hilfts nicht, sich aufzuregen.
Autor: Rüdiger KellerKategorie: lustige Gedichte

Die Knospen für den Morgen

Der Herbst, er stürzt mit kaltem Hauch,
Reißt Blätter fort aus Baum und Strauch.
Die Welt, sie zittert, kahl und leer,
Der Sommer ist, als ob er nie gewesen wär.

Der Himmel glimmt in Rot und Gold,
Als brenne er, doch stumm und kalt.
Ein letzter Schrei, ein leises Beben,
Im Tod beginnt ein neues Leben.

Die Äste knarren, alt und kahl,
Der Wind weht wie ein Abschiedssaal.
Doch tief im Erdreich, still verborgen,
Ruh’n schon die Knospen für den Morgen.

So stirbt der Herbst in Feuerflammen,
Doch aus der Asche wird er stammen.
Denn jedes Blatt, das jetzt verweht,
Hat seinen Platz, wo Neues steht.
Autor: Silvan MaaßKategorie: Herbstgedichte

Lebensrausch

In finstrer Nacht, im tiefen Raum,
Da rauscht der Sturm durch Zeit und Traum.
Die Erde bebt, die Meere brüllen,
Kein Stern vermag das Schwarz zu stillen.

Doch siehe, aus der Tiefe dringt
Ein Licht, das heller als das Dunkel singt.
Es bricht die Nacht, es wirft den Schatten,
So stark, dass selbst die Götter sachten.

Und aus der Glut, die alles zehrt,
Erhebt sich, was das Herz begehrt:
Die Sehnsucht, wild und ungezügelt,
Von Flammen in den Geist gewiegelt.

Kein Mensch, kein Wort kann ihr entfliehen,
Der Sturm erlischt, doch wir verziehen.
Denn ewig schlägt in uns der Kern,
Die Flamme – ungezähmt, modern.

Oh, Feuer, das den Himmel spaltet,
Oh, Traum, der nie den Weg verwaltet,
In jedem Schritt, in jedem Hauch –
Der Atem zeugt den Lebensrausch.
Autor: Silvan MaaßKategorie: schöne Gedichte

Ein Leben

Die Welt ist groß,
Des Kindes Schuhe weit,
Die Welt jung und kann alles werden.
Strahlend vor Neugier und Entdeckertum wandelnd auf Erden.

Des Kindes Alter wächst,
die Schuhe werden kleiner.
Düstere Zeiten durchwandert als junger Mensch,
Vieles was glänzte weiß jetzt keiner.

Erwachsen, alles neu und viel Platz,
Kindesalter ward doch nicht für die Katz´,
Entdeckt wurd´ viel, die Freude groß.
Die neue Welt liegt uns im Schoß.

Heut´ hat alles seinen Platz,
beim Schuh wird nichts mehr wachsen.
Der Fortschritt lobt die Wissenschaft.
Doch vor Angst wir ständig wachen.

Morgen schon, ihr werdet sehn´,
Wir alle schon in Rente gehen´,
Wenn die Maschine uns übergeht,
Ist es wirklich schon so spät?
Autor: Philip FrölichKategorie: Gedichte zum Nachdenken

Hexenjagd

Du bist den Pakt mit dem Teufel eingegangen,
Ich will dich aus meinem Leben verbannen!
Fühl‘ du doch auch mal den Schmerz!
Du bist so kalt, wo ist dein Herz?
Um Hilfe hab‘ ich bei dir gefleht,
In mein Gesicht ein eisiger Wind mir weht.

Hexenjagd!
Du warst nicht da als ich dich brauchte,
Hexenjagd!
Du wolltest meine Hand nicht halten,
Hexenjagd!
Deine Stimme ist wie ein Dämon der fauchte,
Hexenjagd!
Ich war umgeben von düsteren Gestalten.

Ich war so wehrlos und allein,
Du warst so hässlich und gemein!
Du hast mich kontrolliert von Fuß bis Haar,
nicht mehr als ein Schatten ich von dir war.
Mein Kinderherz hast du kaputt gemacht,
und mir dabei fieß ins Gesicht gelacht.

Hexenjagd!
Du warst nicht da als ich dich brauchte,
Hexenjagd!
Du wolltest meine Hand nicht halten,
Hexenjagd!
Deine Stimme ist wie ein Dämon der fauchte,
Hexenjagd!

Ich war umgeben von düsteren Gestalten.
Jetzt sitz‘ ich hier in meinem Zimmer,
aus der Ferne höre ich noch dein Gewimmer.
Deinen Bann, den mach‘ ich nieder
Und singe wieder fröhlich meine Lieder!
Bleib du doch unter deinen Narren,
ich weiß nun ganz genau, zur Hölle wirst du fahren!

Hexenjagd!
Du warst nicht da als ich dich brauchte,
Hexenjagd!
Du wolltest meine Hand nicht halten,
Hexenjagd!
Deine Stimme ist wie ein Dämon der fauchte,
Hexenjagd!
Ich war umgeben von düsteren Gestalten.
Autor: Michael S.Kategorie: traurige Gedichte

Seelenglanzdunkel

Wahrheit nur
: Worte
Hohlräume
klingend
verdämmern

Illusion nur
: Gedanken
Fehlträume
dämmernd
verklingen

Nichtiges
aus dem Nichts
ins Nichts
verronnene
: Ewigkeit

Schwingung nur
: Töne
Fließendes
aus mir
strömend
Autor: Robert K. StaegeKategorie: Gedichte zum Nachdenken
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Formen und Stilmittel der Lyrik

Lyrik ist kein starres Gebilde. Sie hat im Laufe der Jahrhunderte viele Formen angenommen und sich immer wieder neu erfunden. Zu den bekanntesten Gedichtformen zählen das Sonett, die Ballade, die Ode und das Haiku. Jede dieser Formen folgt eigenen Regeln, was Silbenanzahl, Strophenaufbau oder Reimschema betrifft.

  • Das Sonett besteht aus 14 Versen und ist in zwei Quartette und zwei Terzette gegliedert. Es stammt ursprünglich aus Italien und wurde durch Dichter wie Petrarca weltbekannt. Im deutschen Sprachraum griffen Autoren wie Andreas Gryphius im Barock intensiv auf diese Form zurück.
  • Die Ballade erzählt eine Geschichte, oft mit dramatischem Verlauf. Sie verbindet lyrische, epische und dramatische Elemente. Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller haben einige der bekanntesten deutschen Balladen verfasst, darunter "Der Erlkönig" und "Die Glocke".
  • Die Ode ist ein feierlicher, oft erhabener Gesang zu Ehren einer Person, eines Ereignisses oder einer Idee. Friedrich Hölderlin war ein Meister dieser Form.
  • Das Haiku stammt aus Japan und besteht aus drei Zeilen mit fünf, sieben und wieder fünf Silben. Es konzentriert sich meist auf einen flüchtigen Moment in der Natur und wirkt durch seine Knappheit besonders eindringlich.
  • Freie Verse verzichten bewusst auf feste Reimschemata und Metren. Diese Form ermöglicht den größten gestalterischen Spielraum und ist in der modernen Lyrik weit verbreitet.

Neben der Form spielen Stilmittel eine zentrale Rolle. Metaphern, Personifikationen, Alliterationen, Anaphern und Enjambements sind nur einige der Werkzeuge, mit denen Lyriker arbeiten. Ein gutes Gedicht nutzt diese Mittel nicht zur Schau, sondern setzt sie so ein, dass sie die Aussage verstärken, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Wer Gedichte regelmäßig liest, entwickelt nach und nach ein Gespür dafür, wie diese Mittel wirken.

Ein Gedicht vortragen: Tipps für Ihren Auftritt

Ein Gedicht laut vorzutragen ist eine eigene Kunst. Wer ein lyrisches Werk vor Publikum präsentiert, steht vor einer anderen Aufgabe als beim stillen Lesen. Die Herausforderung liegt darin, den Text lebendig zu machen, ohne ihn zu überspielen. Hier sind einige Hinweise, die Ihnen dabei helfen können.

  • Verstehen, was Sie lesen. Bevor Sie ein Gedicht auswendig lernen, sollten Sie es wirklich durchdenken. Was will der Text sagen? Welche Stimmung trägt er? Erst wenn Sie das wissen, können Sie es auch so vortragen, dass Ihr Publikum etwas davon spürt.
  • Lernen Sie den Text gründlich. Auswendiglernen braucht Zeit, zahlt sich aber aus. Wer auf einem Blatt Papier klebt, verliert den Kontakt zum Publikum. Üben Sie den Text in kleinen Abschnitten und verknüpfen ihn mit Bildern oder Gefühlen.
  • Achten Sie auf Pausen. Viele Vortragende hetzen durch den Text. Pausen aber geben dem Zuhörer Zeit zum Verarbeiten und verleihen bestimmten Stellen mehr Gewicht. Eine kurze Pause vor einer wichtigen Zeile kann mehr bewirken als jede Betonung.
  • Sprechen Sie deutlich, aber nicht künstlich. Übertriebenes Pathos wirkt schnell unfreiwillig komisch. Ein natürlicher Ton, der die Emotionen des Textes widerspiegelt, trifft das Publikum meist viel direkter.
  • Üben Sie vor einem Spiegel oder mit einer vertrauten Person. Feedback von außen hilft dabei, blinde Flecken zu erkennen, etwa ein zu schnelles Sprechtempo oder eine monotone Betonung.

Gerade bei Familienfeiern, Geburtstagen oder Hochzeiten kann ein gut vorgetragenes Gedicht den Moment unvergesslich machen. Es muss nicht perfekt sein, um zu berühren. Authentizität zählt oft mehr als technische Perfektion.

Bekannte Dichter der Literaturgeschichte

Zahlreiche Autoren und Schriftsteller haben sich im Laufe der Zeit der Lyrik gewidmet. Jede literarische Epoche brachte andere Schwerpunkte mit sich. Sei es nun der Barock im 17. Jahrhundert, der aufgrund des Dreißigjährigen Krieges von Gewalt und Zerstörung bestimmt wurde oder der Sturm und Drang im 18. Jahrhundert, in dem die Natur ihren Schwerpunkt hatte. Das 19. Jahrhundert war gleich von mehreren Literaturepochen geprägt. Der Biedermeier lässt sich als konservativ beschreiben. Die Harmonie und die Ideale der Zeit rückten in den Mittelpunkt. Hierzu zählten die Unterordnung sowie die Zufriedenstellung mit kleinen Dingen. Im Realismus beschäftigte sich die Lyrik mit dem "nackten" Wiedergeben des alltäglichen Lebens. Man versuchte die Wirklichkeit so gut es ging in Poesie zu gießen. Der Naturalismus war dann das Sprungbrett zur Behandlung von sozialen Problemen, die im 20. Jahrhundert und der Moderne mehr und mehr vertieft wurden.

Doch wer waren nun die Dichter, die diese Epochen prägten? 10 der bekanntesten Lyriker unserer Zeit entnehmen Sie bitte der folgenden Liste.

  1. Clemens Brentano (Romantik)
  2. Christian Morgenstern (Naturalismus)
  3. Eduard Mörike (Biedermeier)
  4. Friedrich Schiller (Sturm und Drang)
  5. Heinrich Heine (Romantik)
  6. Johann Wolfgang von Goethe (Sturm und Drang)
  7. Joseph von Eichendorff (Romantik)
  8. Rainer Maria Rilke (Moderne)
  9. Theodor Storm (Realismus)
  10. Wilhelm Busch (Realismus)

Zudem erlangten August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Friedrich Hölderlin, Theodor Storm und William Shakespeare große Bekanntheit.
Hinweis: Eine komplette Übersicht aller bekannten Dichter und Dichterinnen finden Sie hier.

Selbst ein Gedicht schreiben: So geht's

Viele Menschen möchten irgendwann ein eigenes Gedicht schreiben, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Die gute Nachricht: Es gibt kein Patentrezept, aber es gibt Wege, die den Einstieg erleichtern.

Beginnen Sie mit einem Gefühl oder einem Bild, das Sie beschäftigt. Nicht mit dem Druck, ein "schönes" Gedicht zu schreiben, sondern eins mit Ehrlichkeit. Schreiben Sie zunächst einfach drauf los, ohne auf Reim oder Rhythmus zu achten. Dann betrachten Sie das Geschriebene. Welche Wörter gefallen Ihnen? Welche Zeilen sagen mehr als andere? Streichen Sie alles, was nicht wirklich gebraucht wird. In der Verdichtung liegt die Kraft eines Gedichts.

  • Wählen Sie ein konkretes Thema. "Die Natur" ist zu weit gefasst. "Der erste Schnee auf einem leeren Schulhof" gibt Ihnen viel mehr, womit Sie arbeiten können.
  • Nutzen Sie alle Sinne. Was sehen, hören, riechen oder spüren Sie in dem Moment, den Sie beschreiben wollen? Sinnliche Details machen Texte lebendig.
  • Probieren Sie verschiedene Formen aus. Schreiben Sie einmal mit Reim, einmal ohne. Versuchen Sie einen Text in Strophen zu gliedern oder als einen einzigen langen Fluss zu gestalten. So finden Sie heraus, welche Form zu Ihnen und ihrem Thema passt.
  • Lesen Sie viel. Wer gute Gedichte liest, lernt fast automatisch, worauf es ankommt. Das gilt für jede Art des Schreibens, für Lyrik besonders.

Kein erstes Gedicht ist perfekt. Schreiben ist ein Prozess und viele berühmte Lyriker haben ihre frühen Werke später überarbeitet oder als Fingerübungen betrachtet.

Gedichte für und mit Kindern

Für Kinder sind Gedichte oft der erste bewusste Kontakt mit Sprache als Kunstform. Reime machen Wörter greifbar, Rhythmus macht Sprache erlebbar. Kinderreime wie "Ringel, Ringel, Reihe" oder Abzählverse gehören zur frühen Kindheit und bleiben oft ein Leben lang im Gedächtnis.

Ältere Kinder profitieren davon, wenn sie Gedichte nicht nur als Schullektüre kennenlernen, sondern als etwas, das auch Spaß machen kann. Witzige Verse, Zungenbrecher in Gedichtform oder Rätselreime wecken bei vielen Kindern die Lust, selbst mit Sprache zu spielen. Unser Angebot an Kindergedichten ist genau darauf ausgerichtet: Texte, die unterhalten, zum Mitmachen einladen und gleichzeitig sprachliches Feingefühl fördern.

Auch für Eltern und Großeltern lohnt sich ein Blick in diese Kategorie. Ein kurzes Gedicht als Gutenachtgruß, vorgelesen oder aufgeschrieben, kann ein kleines Ritual werden, das Kinder in guter Erinnerung behalten.

Gedichte in schweren Zeiten

Wenn Worte fehlen, greifen viele Menschen zu Gedichten. Bei Trauer, Verlust oder Abschied kann ein lyrischer Text etwas ausdrücken, das sich in gewöhnlicher Sprache kaum fassen lässt. Gedichte haben in solchen Momenten eine besondere Funktion: Sie geben Gefühlen einen Rahmen und vermitteln dem Trauernden das Gefühl, nicht allein zu sein.

Unsere Trauergedichte und Abschiedsgedichte wurden mit diesem Gedanken zusammengestellt. Ob für eine Trauerfeier, eine Gedenkseite oder als persönliche Zeilen in einer Kondolenzkarte: Sie finden hier Texte, die Mitgefühl ausdrücken, ohne dabei aufgesetzt oder floskelhaft zu wirken. Manche Menschen empfinden es auch als hilfreich, in Zeiten der Trauer selbst zu schreiben. Das eigene Gedicht muss niemals jemandem gezeigt werden. Es kann einfach ein Weg sein, das Erlebte zu verarbeiten.

Gedichte lesen und verstehen

Manchmal begegnet man einem Gedicht und hat das Gefühl, es nicht wirklich zu verstehen. Das ist völlig normal und kein Zeichen mangelnder Bildung. Lyrik ist oft mehrdeutig und bewusst offen gestaltet. Kein Leser muss dasselbe aus einem Gedicht mitnehmen wie ein anderer.

Trotzdem gibt es ein paar Fragen, die beim Erschließen eines Textes helfen können:

  • Was beschreibt das Gedicht? Nicht was es "bedeutet", sondern was konkret passiert oder zu sehen ist. Was für Bilder entstehen beim Lesen?
  • Welche Stimmung hat der Text? Ist er melancholisch, hoffnungsvoll, ironisch, feierlich? Wie trägt der Klang der Wörter zu dieser Stimmung bei?
  • Wer spricht hier? Das lyrische Ich ist nicht zwingend der Dichter selbst. Es kann eine Figur sein, eine Stimme, ein Blickwinkel.
  • Gibt es wiederkehrende Wörter oder Motive? Was wird betont, was ausgespart? Diese Beobachtungen führen oft zu interessanten Deutungen.
  • In welchem historischen oder biografischen Kontext entstand das Werk? Das muss nicht immer entscheidend sein, kann aber den Blick auf einen Text deutlich erweitern.

Gedichte zu lesen ist eine Fähigkeit, die sich durch Übung schärft. Je mehr Sie lesen, desto leichter fällt es Ihnen, auch anspruchsvollere Texte zu erschließen und zu genießen. Diese Sammlung ist ein guter Ausgangspunkt dafür.

Machen Sie mit!

Unsere Gedichtesammlung bietet nicht nur Platz für Lyrik bekannter Poeten. Auch unbekannte Autoren und Schriftsteller sind herzlich dazu eingeladen, ihre Werke auf unserer Seite einzutragen und damit anderen Lesern vorzustellen.
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